3+2 oder simultan: der Unterschied in Geometrie und Ergebnis
Was »indexiert« und »kontinuierlich« für Bahnen, Flächengüte und Zugang in Kavitäten bedeuten, erklärt an einfachen Beispielen.
Fest angestellt: der Winkel bleibt im Schnitt
Die feste Anstellung heißt in der Fachsprache indexiert oder »3+2«. Sie arbeitet in Abschnitten: eine Lage, eine Bahn, dann eine neue Lage.
Bei der festen Anstellung wird die Ausrichtung der Werkzeugachse zum Werkstück eingestellt und bleibt während des Schnitts unverändert; danach wird neu eingestellt. Das 3+2-Achsen-Fräsen verläuft daher in Abschnitten: Die Bahn liegt in einer Ebene oder folgt einer Geraden, danach wechselt die Lage. Kurz »3+2-Fräsen« genannt, meint es dieselbe Abfolge.
Für die Fläche hat das drei Folgen. Erstens entstehen Flächen mit gerader Achse oder in einer Ebene, also ebene Schrägflächen, Schrägbohrungen und Schrägtaschen sowie Zylinder und Kegel im Winkel, in einer Lage und ohne Übergang. Zweitens wird ein Hinterschnitt durch die Wahl der Lage erreicht, nicht durch eine mitlaufende Bahn.
Drittens liegt zwischen zwei Lagen immer ein Übergang. Bei einer ebenen Fläche fällt er nicht auf; bei einer gewölbten kann er als feine Kante oder als Absatz sichtbar bleiben, je nachdem, wie genau die Bahnen aneinander anschließen.
Wo mehrere Lagen eine Fläche gemeinsam erzeugen, braucht die Zeichnung deshalb ein Bezugssystem, auf das sich alle Lagen beziehen. Ohne diesen Bezug lässt sich nicht sagen, ob der Übergang zwischen zwei Lagen innerhalb dessen liegt, was die Zeichnung zulässt.
Fortlaufend: die Werkzeugachse folgt der Fläche
Bei der kontinuierlichen Anstellung, in der Fachsprache simultan, ändert sich die Ausrichtung der Werkzeugachse zum Werkstück während des Schnitts; sie folgt der Fläche. Die Bahn liegt im Raum und nicht mehr in einer Ebene; der Winkel der Achse zur Fläche kann dabei gleich bleiben, auch wenn die Fläche sich krümmt.
Auch daraus folgen drei Dinge. Die Fläche entsteht in einer durchgehenden Bahn, ohne Übergang zwischen Lagen. Das ergibt eine gleichmäßige Oberfläche dort, wo sie sichtbar ist oder eine Strömung führt. Und in einer tiefen Kavität bleibt die Fläche erreichbar, weil sich die Neigung laufend anpasst, wo eine feste Lage an die Wand stoßen würde.
Die Kehrseite liegt in den Daten. Eine durchgehende Bahn setzt voraus, dass das Flächenmodell die Fläche lückenlos beschreibt: ohne Spalte zwischen Teilflächen, ohne Knicke, wo die Fläche glatt sein soll. Eine Zeichnung aus einzelnen Schnitten genügt dafür nicht.
Welche Dateien die Anfrage braucht und worauf beim Export zu achten ist, steht auf der Seite Flächendaten für Freiformflächen. Die Weiche ordnet jedes Merkmal Ihres Teils ein und zeigt, bei welchem die Fläche überhaupt eine durchgehende Bahn verlangt.
Beide Bahnarten im Vergleich
Vier Merkmale, an denen sich der Unterschied festmachen lässt.
| Merkmal | indexiert (3+2) | kontinuierlich (simultan) |
|---|---|---|
| Neigung der Werkzeugachse | bleibt im Schnitt gleich | folgt der Fläche |
| Bahn | in Abschnitten, je Lage eine Ebene oder Gerade | durchgehend im Raum |
| Übergänge | zwischen den Lagen möglich | keine zwischen Lagen |
| Anspruch an die Daten | Zeichnung mit Bezügen genügt meist | lückenloses Flächenmodell nötig |
Die Skizze oben zeigt den Unterschied am Schnitt durch eine gewölbte Fläche. Links deckt die Anstellung die Wölbung in zwei Lagen ab: In der ersten steht die Achse so, dass sie die linke Hälfte gut erreicht, in der zweiten die rechte; dort, wo beide aneinander stoßen, liegt der Übergang. Rechts nimmt die Neigung von links nach rechts stetig zu, und es gibt keinen Übergang. Die Skizze ist bewusst einfach; ob sich die rechte Bahn für ein Merkmal lohnt, entscheidet die Weiche anhand von Anspruch und Zugang.
Warum nicht jede Schrägfläche simultan sein muss
Schräg ist nicht verwunden. Eine Fläche im Winkel zur Grundfläche wird erst dann anspruchsvoll, wenn sich ihre Neigung entlang der Fläche ändert. Ebene Schrägflächen liegen in einer Ebene, Zylinder und Kegel im Winkel haben eine gerade Achse, Bohrungen und Taschen im Winkel folgen ihrer Achse. Alle vier sind mit einer festen Lage erreichbar.
Fortlaufendes Führen lohnt sich erst bei gekrümmten Flächen mit Anspruch an die Oberfläche oder schwierigem Zugang. Wer jede Schräge als simultan bezeichnet, macht die Anfrage unklarer: Es bleibt offen, welche Fläche die durchgehende Bahn wirklich verlangt. Besser ist eine Zeile je Merkmal mit Flächenart, Anspruch und Zugang, wie die Weiche sie abfragt.
Mit fester Lage erreichbar
- ebene Schrägflächen
- Schrägbohrungen und Schrägtaschen
- Zylinder und Kegel im Winkel
- Hinterschnitt-Nuten
Häufige Fragen
Indexiert steht die Neigung der Werkzeugachse während des Schnitts fest; kontinuierlich folgt die Achse der Fläche und ändert die Neigung fortlaufend. Das eine ergibt Abschnitte in einzelnen Lagen, das andere eine durchgehende Bahn.
Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026
Merkmale eingestuft? Dann senden Sie Flächenmodell und Zeichnung.
Das Flächenmodell als STEP und die Zeichnung als PDF genügen für den Anfang; hängen Sie das Ergebnis der Weiche an, sehen wir sofort, auf welche Flächen es Ihnen ankommt.